ADFC fordert Radweg direkt an der B115

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) plant den Ausbau der B115 zwischen Schöpstal und Niesky. Als zentrale Verbindungsachse zwischen Görlitz und Niesky sowie als direkte Anbindung an die A4 ist auf der Straße viel Schwerlast- und Pkw-Verkehr unterwegs. Für Radfahrer ist sie daher gefährlich. Schon länger ist daher ein Radweg vorgesehen.

Wie der ADFC mitteilt, sind sich die betroffenen Anlieger einig, dass ein straßenbegleitender Radweg gebaut werden sollte. „Zwischen Kodersdorf und Kodersdorf-Bahnhof ist ein straßenbegleitender Radweg aus Sicht der Bürger dringend notwendig“, hält auch der Dorfumbauplan der Gemeinde Kodersdorf fest. Trotzdem lässt das LASuV derzeit noch eine zweite Variante prüfen, die fernab der Bundesstraße verlaufen würde. „Diese wäre zwar ruhiger und damit vielleicht touristisch attraktiver, entspricht aber nicht den Alltagsbedürfnissen der Bevölkerung vor Ort“, teilt ADFC-Sachsen-Geschäftsführer Konrad Krause mit. Viele der Anwohner sind im Gewerbegebiet nahe der Autobahn beschäftigt und würden ihren Arbeitsweg durchaus mit dem Fahrrad zurücklegen, wenn sie sich dabei nicht Gefahren aussetzen müssten. Zudem wären durch einen Radweg Kinder aus den umliegenden Ortschaften auf ihrem Schulweg nicht mehr ständig auf das Taxi Mama angewiesen.

„Bei der Landtagswahl haben sich alle etablierten Parteien sowohl die Förderung des Radverkehrs als auch die Stärkung ländlicher Regionen auf die Fahnen geschrieben“, sagt Krause. „Jetzt müssen den Worten endlich Taten folgen.“

Die Mitglieder der Linksfraktion im Kreistag Görlitz und die Landtagsabgeordnete Antonia Mertsching unterstützen die Forderung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) nach einem schnellen Baubeginn des Radweges an der B115 zwischen Schöpstal und Niesky.

Die Nieskyer Kreisrätin Sabine Kunze dazu: „Gerade einmal vier Prozent der Kreisstraßen in Sachsen sind mit Radwegen ausgestattet. Dabei hat das Radfahren große Vorteile. Nicht nur hinsichtlich der Einsparung von Treibhausgasen und Feinstaub, sondern es kann für Millioneneinsparungen an gesellschaftlichen Kosten, z. B. für das Gesundheitssystem sorgen.“ Deswegen fordere die Linksfraktion, alle Straßen im Landkreis, auf denen Autos mehr als 50km/h fahren dürfen, langfristig mit Radwegen auszustatten.

Antonia Mertsching, Landtagsabgeordnete im Wahlkreis Niesky und Sprecherin für Strukturwandel und Nachhaltigkeit: „Ein straßenbegleitender Radweg an der B115 darf nicht weiter verzögert, sondern muss endlich gebaut werden. Dieser schützt die Radfahrer und Radfahrerinnen – und trägt auch zur weiteren touristischen Entfaltung der Region bei.“

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