Advent, Advent (k)ein Lichtlein brennt?

Der Radeberger Weihnachtsmarkt hatte in den vergangenen Jahren immer eine Menge Menschen angelockt. Und auch andere Weihnachtsmärkte im Rödertal verzeichneten zuletzt steigende Besucherzahlen. Doch wie wird es in dieser Coronazeit bei den hiesigen Weihnachtsmärkten aussehen? Vielerorts laufen zwar bereits die Planungen, doch unter Vorbehalt.

In Radeberg, das erfährt man in der Pressestelle der Stadtverwaltung, arbeite man intensiv an einem Hygienekonzept und prüfe Alternativen zum bisherigen Standort im Stadtzentrum. Mit dem Weihnachtsmarkt im Hermsdorfer Schloss wurde in den vergangenen Jahren die weihnachtliche Marktsaison im Rödertal eröffnet. Doch den »wird es in der bisherigen Form in diesem Jahr nicht geben«, erklärt Ottendorfs Bürgermeister Michael Langwald. Es werde eine  abgespeckte Variante geben. Man überlege, den Markt in den Außenbereich des Schlosses zu verlagern. Denn im Foyer des Schlosses, wo die Händler ihre weihnachtlichen Waren anboten, habe ja »immer dichtes Gedränge geherrscht«, so Langwald weiter. Ein No-Go in dieser pandemischen Zeit.

In Arnsdorf macht man sich ebenfalls Gedanken um den im Ort beliebten Zipfelmützenmarkt, der immer am ersten Adventswochenende auf dem Gelände des Karswaldbades, ausgerichtet wurde. Gefragt, ob der Weihnachtsmarkt stattfinden wird, erklärt Jürgen Brendel von der IG Zipfelmützenmarkt, dass »wir ihn noch nicht abgesagt haben«. Man wolle die neuen Verordnungen des Landes im November abwarten. Erst dann werde man eine Entscheidung fällen.  
Im Wachauer Ortsteil Lomnitz hatte die Familie Münnich seit vielen Jahren am ersten Advent zur Hofweihnacht eingeladen. Und in diesem Jahr? Alles sei noch offen, erfährt man von den privaten Weihnachtsmarktbetreibern. Unklar ist auch die Situation in der Wachauer Museumsscheune »Kunaths Hof«, wie auch in Seifersdorf. Bürgermeister Veit Künzelmann: »Ob in Wachau Weihnachtsmärkte stattfinden werden, das steht noch in den Sternen.« Es werde sicherlich, wie andernorts auch, so Wachaus Bürgermeister,  »in dieser Angelegenheit kurzfristige Entscheidungen« geben.

Abgesagt wurde hingegen schon das Advents-Spectaculum in Kamenz. Interessengemeinschaft, Museum der Westlausitz und Stadtverwaltung »haben lange überlegt und abgewogen, wie oder ob überhaupt die vorbereitungsintensive und finanziell aufwendige Veranstaltung noch zu halten ist. Notwendige Abstands- und Hygieneregeln machen das bisherige, sehr erfolgreiche und auf viel Nähe ausgelegte Veranstaltungskonzept quasi unmöglich.« Geprüft werde allerdings, ob man Händlern in der Adventszeit auf dem Schul- oder Marktplatz Standflächen anbieten könne, um wenigstens »ein bisschen Weihnachtsmarktstimmung aufkommen« zu lassen.

Wohl dem, der seine Erwartungshaltung in diesem Winter beim Besuch der hiesigen Weihnachtsmärkte herunterschrauben kann. Um sich im Dezember in eine weihnachtliche Stimmung versetzen zu können, da reiche doch, findet jedenfalls  Ottendorfs Bürgermeister, »ein Glühwein und ein abendlicher Spaziergang durch den Hermsdorfer Schlosspark«.

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