August’s Goldenes Ei kehrt zurück

   Daran hatte der kunstverliebte Kurfürst von Sachsen sicher riesigen Spaß: Das fünf Zentimeter goldene Ei war ein richtiges kleines königliches Spielzeug und nahm einst einen besonderen Platz ein in der Schatzkammer August des Starken. Erworben hatte es der Kurfürst 1705 auf der Leipziger Ostermesse.

 Im 19. Jahrhundert gehörte das Goldene Ei zu den berühmtesten Stücken der Sammlung und hinterließ großen Eindruck etwa bei dem jungen Peter Carl Fabergé, der Anfang der 1860er-Jahre in Dresden war. Zweifellos diente es ihm als Inspirationsquelle für das erste seiner Ostereier für den russischen Zaren. Heute gibt es nur noch zwei vergleichbare Stücke ausdem 18. Jahrhundert: Eines in der Kunstkammer des Kunsthistorischen Museums Wien, das andere befindet sich in der Königlich Dänischen Sammlung auf Schloss Amalienborg in Kopenhagen.

Was kann das Ei?

 Dreht man es auf seiner breiteren Seite auf, kommt eine kleine Henne mit Rubinaugen und emailliertem Gefieder zum Vorschein. In ihrem Innern verbirgt sich eine mit Diamanten und Perlen besetzte Krone. Auch diese ist aufklappbar und gibt einen Fingerring mit einem großen, von kleineren Edelsteinen umrahmten Diamanten frei. Auf der Unterseite der Krone ist ein Siegelstein eingelassen, der ein Schiff in stürmischer See zeigt. Darüber ist in französischer Schrift zu lesen „CONSTANT MALGRE L’ORAGE“ („Standhaft trotz des Sturms“). Auf der anderen, schmal zulaufenden Seite des Eis befindet sich ein weiterer Schraubverschluss. Öffnet man diesen, so erscheint unter einem halbrunden Deckel eine Tülle, auf die vermutlich ein parfümierter Schwamm aufgesteckt war.

Wie kommt es zurück nach Dresden?

Im Rahmen der Fürstenabfindung gelangte das Ei 1924 an das Haus Wettin. Jetzt konnte die Rarität dank der Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung als Dauerleihgabe für das Grüne Gewölbe zurückgekauft werden.Künftig wird das Goldene Ei im Neuen Grünen Gewölbe des Dresdner Residenzschlosses zu sehen sein.

 

 


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