Eggerts SachsenWind – Armutszeugnis

Das Ding mit dem Dresdner »Nazinotstand« habe er sich am Wahlabend ausgedacht. Die Grünen kämen nun sicher mit dem »Klimanotstand«. Da könnte er die »erpressen« und erst mit denen stimmen, wenn sie für seinen »Nazinotstand« votieren. Das erzählte Max Aschenbach neulich der »Sächsischen Zeitung«. Und zeigte sich sichtlich zufrieden.

Max A. ist im vergangenen Mai mit 3.078 Stimmen in den Dresdner Stadtrat gewählt worden – für »Die Partei«, die keine Partei, sondern ein Verein für politische Satire sein will. Weshalb Max A. sich auch als Satiriker sieht und als Kunstfigur agiert. Er hat nur vier Monate gebraucht, um mit den Stimmen von SPD, Linken, Grünen und FDP eine Erklärung im Stadtrat durchzubringen, in der unter der Überschrift »Nazinotstand?« rechtsradikales und  neonazistisches Denken in der Dresdner Stadtgesellschaft thematisiert und angeprangert werden.

Das hat Max A. berühmt gemacht und Dresden weltweit verheerende Reaktionen eingebracht. Was den Künstler zu ungeahnter Ehrlichkeit anstiftet: Jede Wählerstimme für »Die Partei« sei ein Armutszeugnis für die Demokratie. Das aber ist nur die halbe Wahrheit. Die Stadträte, die sich genötigt sahen, der Max-A.-Satire zu folgen, haben die andere Hälfte geliefert.

Ihr Hans Eggert

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