Eggerts SachsenWind – Krusovice und Knedliky

Er heißt Robert, wohnt nahe Prag und kocht in Pirna – spanisch. Wenn er Pause macht, kann man mit ihm an der Theke tiefschürfend über den tschechischen Fußball diskutieren. Zur Zeit sitzt Robert zu Hause. Die Pirnaer Gaststätte ist geschlossen – aber das »Pendeln« wäre ihm auch wegen Corona so gut wie unmöglich.

Ob die Prager Regierung damit dem Infektionsschutz dient, sei dahingestellt. Zumal die polnische Grenze offen geblieben ist. Fragwürdig ist die Grenzschließung vor allem, weil hunderte Ärztinnen, Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern aus dem Nachbarland in Sachsens Gesundheitswesen Dienst tun – und das seit Jahren. Für sie konnte glücklicherweise Sachsens Regierung eine Sonderregelung erwirken. Zum Wohle der Patienten. Und zum Wohle der eingeübten engen Nachbarschaft zwischen Sachsen und Böhmen. Eine wie immer »geschlossene« Grenze – das wäre ein Rückfall in längst vergangene Zeiten. Und wohl auch für manch deutschen Freund »geschützter« Grenzen auf Dauer ein Alptraum.

Hoffen wir, dass dieser Spuk bald vorbei ist. Und wir mit Robert wieder Fußballprobleme wälzen oder gelegentlich in die Petrovicer Kneipe kurz hinter der Grenze einschwenken können. Auf ein Krušovice und Gulasch mit Knedliky.

Ihr Hans Eggert

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