Eggerts SachsenWind – Tränen

Dass der Einbruch ins Grüne Gewölbe in die an Ereignissen reiche Geschichte des Kunstraubes eingehen wird, sagten schon kurz nach dem Geschehen einige Fachleute voraus. Als Sachse, als geborener Dresdner glaubt man das sofort. Dass sich Dresdner schon kurz nach der Tat am Schloss einfanden und, als sie mitbekamen, die Nachricht sei keine Falschmeldung, in Tränen ausbrachen, mag auf den auswärtigen Nachrichtennutzer ein wenig aufgesetzt gewirkt haben. Für den Sachsen, den geborenen Dresdner zumal, war es das nicht.

Sicher: Der Schatz, der da angegriffen worden ist, hat etwas mit dem starken August und seinen Nachfolgern auf dem Thron zu tun. Doch eigentlich ist er der Schatz der Sachsen: Woher bitte kamen die Millionen, um ihn mit Kunstsinn und Repräsentationslust zusammentragen zu können? Aus Steuergroschen der Sachsen. Und denen ging es zumeist weniger gut als ihren Fürsten.

Entsprechend nachdenklich fielen die politischen Reaktionen auf den Einbruch aus. Überwiegend jedenfalls. Der sächsische AfD-Chef allerdings konnte es nicht lassen: Ob denn »in diesem Land nichts mehr heilig« sei, brachte er angestrengt hervor. Wie bitte? Haben Verbrecher je von Verbrechen gelassen, weil anderen etwas »heilig« gewesen wäre?

Ihr Hans Eggert

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