Großräschen kann auch 2021 investieren

Im Haushaltsjahr 2020 gab es coronabedingt zirka 800.000 Euro weniger Steuern im Vergleich zum Ergebnis des Vorjahres. »Die Differenz wurde etwa zu 75 Prozent vom Rettungsschirm des Landes aufgefangen. Allerdings wird dieses Geld anteilig in den Folgejahren wieder verrechnet«, berichtet Stadtsprecherin Kati Kiesel. Der Planansatz werde voraussichtlich erreicht. Daran habe unter anderem auch der temporär verringerte Mehrwertsteuersatz einen gewissen Anteil.

Auch die Schätzung der Einnahmen für das Haushaltsjahr 2021 musste nach Rücksprache mit den zahlungsstärksten Unternehmen um zirka 1,4 Millionen Euro nach unten korrigiert werden – davon unter anderem die Gewerbesteuer um zirka -1,2 Millionen Euro, die Einkommensteuer um zirka 200.000 Euro im Vergleich zum Ergebnis des Haushaltsjahres 2019. »Trotzdem kann Großräschen dank stabiler Rücklagen und Fördermittelzusagen investieren«, informiert Kiesel. Kernprojekte für die kommenden Jahre sind laut Kati Kiesel unter anderem der Neubau einer Kindertagesstätte in der Nordstadt, der IBATerrassen Campus, der Ausbau der Mühlenstraße, die Digitalisierung der Schulen, der Bau eines Dorfgemeinschaftshauses mit Sozialtrakt der Feuerwehr in Großräschen-Ost, die Infrastruktur des Industrie- und Gewerbegebietes Woschkower Weg, der Mehrgenerationenfitnesspfad in Wormlage, die Erschließung von Wohngebieten und der Spielgarten der Kita Haus Kunterbunt. »Insgesamt wird in den kommenden vier Jahren ein Investitionsvolumen in Höhe von rund 28 Millionen Euro erwartet – davon zirka 5,5 Millionen Euro Eigenanteil aus Mitteln der Stadt Großräschen«, berichtet Kati Kiesel.

Der Vorsitzende des Finanzausschusses Axel Rudo empfahl den Abgeordneten die Zustimmung zum Haushaltsplan: »Trotz der durch Corona ausgelösten Unsicherheiten ist uns wieder ein stabiler Haushaltsentwurf gelungen, der wie gewohnt nach dem Vorsichtsprinzip funktioniert. Obwohl ich ein großer Befürworter der Sparsamkeit bin, begrüße ich die Ausschreibung einer zusätzlichen Stelle im Bereich Informatik/Systemadministration, weil die Aufgaben dort auch zukünftig noch wachsen werden.«

Trotz der hohen Investitionstätigkeit drängt der Kämmerer Robert Weidner den Gürtel enger zu schnallen. Denn der Haushalt könne nicht ausgeglichen werden. Es sei ein Defizit von 2,7 Millionen Euro zu erwarten, welches durch die Rücklagen gedeckt werden könne. Die geplanten Investitionen seien wichtig für die weiterhin positive Entwicklung der Seestadt. Die Bewirtschaftungskosten würden konstant steigen – zum Beispiel seien es allein für Kitas, Schulen und Sporthallen etwa eine Million Euro im Jahr. Auch die sehr hohen Transferaufwendungen wie zum Beispiel 4,9 Millionen Euro Kreisumlage seien gesetzt. Daher seien einige geplante Maßnahmen ins Jahr 2022 verschoben worden.

Nicht zwingend notwendige Unterhaltungsaufwendungen wurden für 2021 um bis zu 20 Prozent reduziert, heißt es. Auch einige freiwillige Leistungen würden im kommenden Jahr geringer ausfallen.Die Unterstützung der Vereine der Stadt und die Maßnahmen im Rahmen »Stadtumbau« und »Soziale Stadt« im Bereich Nordstadt und Malerviertel konnten jedoch auch im kommenden Haushalt gesichert werden.

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