Hereinspaziert in Kaspers Welt

»Kaspers Welten« im Mitteldeutschen Marionettentheatermuseum Bad Liebenwerda beantworten jetzt in einer völlig neu gestalteten Dauerausstellung all diese Fragen und die Schau verführt auch zum Mitmachen und Ausprobieren. Damit alles klappt, übernimmt Kasper selbst die Regie. Als Kaspers Gehilfen haben der im Januar verstorbene Theaterwissenschaftler und jahrelange Leiter des Elbe-Elster-Puppentheaterfestivals Dr. Olaf Bernstengel und Museumsmitarbeiter Ralf Uschner die neue Ausstellung kuratiert und mit Hilfe von Bühnengestalter und Szenograf Tom Böhm zu einer besonders phantasievollen Attraktion in der Museumslandschaft Deutschlands gemacht.

Lob von allen Seiten

Als jahrelanger Begleiter des EE Puppentheaterfestivals schwärmt Puppenspieler Wolfgang Lasch, bekannt als »Locci«: »Das ist die beste Ausstellung über das Puppentheater, die ich kenne.« Auf einer Fläche von reichlich 500 Quadratmetern sind die Puppenwelten in vier Kapiteln dargestellt, machen Geschichte seit dem Mittelalter und Bezüge zum Karnevalistischen und Dämonischen ebenso sichtbar wie unterschiedliche Ausprägungen des Puppenspiels in der ganzen Welt.

Der Besucher wird in die närrische Welt des Mittelalters ebenso geführt wie zu den Figuren des indonesischen Wayang kulit Theaters. Hunderte von Figuren des Puppenspiels: Marionetten, Handpuppen, Stockpuppen, Über-Kopf-Puppen, zum großen Teil aus der vor vier Jahren erworbenen Sammlung von Karin und Uwe Brockmüller, kann Kasper stolz in den vielen Vitrinen zeigen. »Wir hätten bei größerer Fläche noch wesentlich mehr Exponate zeigen können«, so Babette Weber als Leiterin des Museumsverbundes des Landkreises Elbe-Elster. Immer wieder verführen die Ausstellungsmacher zum Ausprobieren und Mitmachen. Wer wollte nicht schon immer mal Kasper sein?

Die interaktive Ausstellung bietet zwölf Mitmachangebote und zehn audiovisuelle und -akustische Stationen. Dort wo es trotz der Vielfalt an Objekten Lücken gab, haben Puppenbauer wie Jürgen Maaßen aus Hamburg Abhilfe geschaffen. Der weltweite Blick der Ausstellung ist verknüpft mit der Geschichte des mitteldeutschen Wandermarionettentheaters, deren Wiege an Elbe und Elster stand. Regionale Puppenspieler wie Karl Gierhold, Harry Hänel und Eckhard Böttger, dessen Kasper in jedem Jahr das EE-Puppentheater-Festival eröffnet, werden gewürdigt. Maler, Puppenbauer, Restauratoren, Kunstmaler und Handwerker aller Art haben monatelang gewerkelt, 512 000 Euro wurden investiert, zum großen Teil aus Fördertöpfen der EU, des Landes, der Kulturstiftung, der Ostdeutschen- und EE-Sparkassenstiftung.

Öffnungszeiten

  • April bis September Di. – So. : 10.00 bis 18.00 Uhr
  • Oktober bis MärzDi. – So.: 10.00 bis 17.00 Uhr Sowie nach vorheriger Terminvereinbarung. Am 24., 25. und 31.12. geschlossen.

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