Niemals das Lachen im Leben vergessen

Herr Harig, Sie sind als Entertainer überregional bekannt. Wie sehr vermissen Sie Ihre Aufritte bei Veranstaltungen? Heiko Harig: Das Leben ist kurz. Ich denke an schöne vergangene Jahre und hoffe auf noch viele schöne weitere Jahre. Über 20 Jahre hatte ich Auftritte auf kleinen und großen Bühnen und das vermisse ich nun schon sehr. Schlimmer für mich ist aber doch die Tatsache, dass viele Fans und Freunde mich vermissen. Fast täglich werde ich angesprochen und bekomme Anrufe von sich sorgenden Leuten. Ich bin dankbar für mein Talent, dass ich für Optimismus und Lebensfreude sorgen kann. Ich denke, das brauchen die Leute gerade jetzt, doch leider darf ich das derzeit nicht tun.

Wie haben Sie die Zeit genutzt, während der beruflichen »Zwangspause«? Tausende Fotos, Musiktitel und TV-Mitschnitte – bisher auf Sticks, SD-Karten oder Festplatten – sind nun digital sortiert. Mein Schreibtisch, sonst voller Berge, heute perfekt aufgeräumt. Fürchterlich! Man hört ja oft und sagt es sogar selbst: »Mal ausgebremst werden« ist gut und man hat mal Zeit für andere Sachen, aber irgendwann ist es auch gut. Neben meiner Bühnenarbeit bin ich gern aktiv für unseren touristischen Verein, die Touristische Gebietsgemeinschaft Oberlausitzer Bergland und die Stadt Wilthen. Gemeinsam haben wir in dieser Zeit ein neues Urlaubsmagazin hergestellt und arbeiten an weiteren Projekten.

Was können Sie den Menschen empfehlen, durch diese schwere Zeit zu kommen? »Mensch Ärgere dich nicht« spielen. Humor behalten und lachen. Am besten zeitig den Fernseher ausmachen, miteinander reden, Fotos anschauen und sich nicht von Nachrichten und negativ denkenden Leuten verrückt machen lassen.

Was treibt Sie jeden Morgen an, ihre berufliche Tätigkeit auszuführen und die Menschen zu unterhalten und zum Lachen zu bringen? Das Leben ist schön! Ich muss raus, ich muss unter Leute. Dabei erlebt man so viel Tolles und es entstehen Situationen, die einfach schön und oft auch lustig sind. Es gibt viele Dinge auf der Welt, die sind nicht schön, doch man kann sie nicht ändern. Jede Minute, die man sich ärgert, sind 60 Sekunden, in denen man sich freuen könnte. Für gute Laune zu sorgen macht mir Spaß.

Blicken wir optimistisch in die Zukunft. Welche Veranstaltungen haben Sie für das Jahr 2021 geplant, beziehungsweise bei welchen Festlichkeiten dürfen wir mit Ihnen rechnen? Ich bin ein Optimist. Kennen Sie den Unterschied zwischen Optimist und Pessimist? Nein? Ganz einfach. Der Pessimist sagt: »Schlimmer wie es jetzt ist, kann es nicht mehr werden.« Ich bin Optimist und sage: »Doch.« Nein, Spaß beiseite. Was noch auf uns zukommt, wissen wir alle nicht. In Zeiten wo jeder Befund in Echtzeit per Handy und Internet übertragen wird und alles von Zahlen und Statistiken abhängt, ist eine Planung so gut wie nicht mehr möglich. Ich glaube nicht, dass es in diesem Jahr noch große Veranstaltungen gibt, freue mich aber auf kleinere Einsätze bei wieder möglichen Familienfesten und eventuell Reiseveranstaltungen mit wenigstens 50 Personen. Im September sind wir offizieller Ausrichter des »Sächsischen Wandertages« in Wilthen und Umgebung. Ich hoffe, dass ich dort vielen Gästen, sicher noch mit Abstand, unsere schöne Oberlausitz zeigen und sie mit Witz und Gesang unterhalten kann.

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