Pro und Contra Impfpflicht

Am 31. Dezember 2019 begann in der chinesischen Stadt Wuhan der Alptraum vieler Menschen. Seit zwei Jahren treibt das Coronavirus sein Unwesen und forderte bisher über 5,2 Millionen Menschenleben weltweit.

Wann hat diese Pandemie ein Ende?

Seit einem Jahr gibt es geprüfte Impfstoffe gegen das Coronavirus. Experten gehen davon aus, dass mit einer hohen Impfquote die Pandemie zu kontrollieren und wieder ein normales Leben möglich ist. Allerdings sind in Deutschland weiterhin zu wenige Menschen geimpft, auch die Impfbereitschaft stagniert. Die Forderung nach einer Impfpflicht wird laut. Doch was spricht für und was gegen eine Impfpflicht?

Pro Impfpflicht – Erik Bodendieck

„Eine allgemeine Impflicht gegen COVID-19 muss aus meiner Sicht dann eingeführt werden, wenn alle anderen Maßnahmen wie Aufklärung, Impfangebote oder sonstige Schutzmaßnahmen nicht ausreichen, um die Bevölkerung gegen diese gefährliche Infektionskrankheit zu schützen. Das habe ich schon im Sommer 2021 gesagt und diesen Moment haben wir jetzt erreicht. Denn es gab in Deutschland seit dem Frühjahr zahlreiche Impfkampagnen, Impfangebote und Aufklärungsveranstaltungen. Politiker, Fachleute und sogar Künstler sind gefühlt jedem einzelnen Impfskeptiker förmlich hinterhergelaufen. (…) Alles leider mit mäßigem Erfolg, wie die Impfquoten nicht nur in Sachsen belegen. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass man nur mit einer hohen Durchimpfung der Bevölkerung gefährliche Krankheiten wie Kinderlähmung, Pocken oder Diphterie ausrotten kann. Die Entdeckung von Impfstoffen gehört daher mit zu den Sternenstunden der Menschheit. Doch schon immer gab es auch Bedenken gegen diese wie auch andere neue medizinischen Möglichkeiten. Der Mensch hat schon immer auch Ängste vor dem Neuen. Aber Angst darf nicht dazu führen, Verschwörungstheorien oder Fake-News anzuhängen. Aktuell geht es insbesondere um den Schutz älterer oder kranker Menschen, um Menschen, die nicht geimpft werden können, oder bei denen die Impfung auf Grund von Erkrankungen nicht richtig wirkt. (…) Es ist zweifelsfrei und mehrfach in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen: Wer sich impft, schützt sich vor einer Erkrankung oder zumindest vor einem schweren Verlauf. Eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen lehne ich ab, denn das würde der Gleichbehandlung widersprechen und Individualisten stärken.“

Contra Impfpflicht – Michael Harig

„Wir befinden uns aktuell in einer Situation, in der sich die Gemüter immer mehr erhitzen und sich die Gesellschaft zunehmend spaltet. Eine allgemeine Impfpflicht würde den sozialen Frieden im Landkreis Bautzen meiner Meinung nach zusätzlich gefährden. Wir befinden uns in einer Problemlage, die sich nur mit den Menschen lösen lässt und nicht gegen sie. Unter den Ungeimpften sind vielleicht fünf Prozent richtig militante Impfgegner. Der Großteil hat einfach Sorgen. Da geht’s um die Impfstofftechnologie, um die Wirkung etc. Vielleicht würden sich diese Menschen mit einem Impfstoff ohne mRNA-Technologie impfen lassen. Die Anstrengungen sollten daher auf die Schaffung von Alternativen gerichtet werden. Außerdem halte ich die Umsetzung der allgemeinen Impflicht für problematisch. Im Kampf gegen die Masern ist nur eine Impfung erforderlich, doch bei Corona wissen wir inzwischen, dass man sich immer wieder wird impfen lassen müssen. Wie soll man Impfunwillige ein ums andere Mal zum Impfen bringen? Hier hilft meiner Meinung nach nur Überzeugen und das Aufzeigen von Alternativen, was die Impfstoffe betrifft. Ich bin mir sicher – und das werden wir am Beispiel Österreichs bald sehen –, dass eine allgemeine Impflicht nicht von Erfolg gekrönt sein wird und der Gesellschaft nicht guttut.“

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