Ran an die Stromfresser

Seit über zehn Jahren gibt es den Stromsparcheck. Im Landkreis Görlitz wurde 2019 ein Jubiläum erreicht. 2000 Mal waren die Tester bereits in Haushalten unterwegs, um Stromfresser aufzuspüren. „Zum Jubiläum haben wir dem Landrat einen symbolischen Scheck überreicht“, erzählt Frank Fuchs, der bei Sapos als Projektleiter für den Stromsparcheck verantwortlich ist. Auf dem war zu lesen, dass durch den Stromsparcheck bisher im Landkreis 3200 Tonnen CO2 eingespart wurden.

Gute Nachrichten gab es jetzt vom Bundesumweltministerium. Das wird den Stromsparcheck auch in Zukunft finanzieren. Bis März 2022 ist die Projektfinanzierung zugesichert. Die acht Stromsparhelfer im Landkreis werden also auch in Zukunft unterwegs sein.

Aber was ist der Stromsparcheck eigentlich? „Wir beraten Bürger, die Sozialleistungen beziehen, kostenlos zum Thema Energieverbrauch“, sagt Frank Fuchs. Die Beratung ist kostenlos und ohne viel Aufwand realisierbar. Ein einfacher Anruf zur Terminabsprache (siehe Extrakasten) genügt. „Die Menschen brauchen dabei keine Angst haben, dass unsere Berater vorbeikommen und ihnen einen neuen Stromanbieter oder neue Elektrogeräte aufschwatzen“, so Fuchs. In erster Linie geht es darum, mit einfachen Mitteln Strom zu sparen. Deswegen haben die Stromsparhelfer beispielsweise abschaltbare Steckdosen und LED-Lampen im Gepäck. Schon damit kann man viel erreichen. Und die kleinen Helfer bekommen die Stromsparcheck-Nutzer kostenlos. Insgesamt gibt’s Artikel im Wert von bis zu 70 Euro geschenkt“, erklärt Fuchs. Außerdem gibt’s bei Bedarf noch einen 100-Euro-Gutschein für einen neuen Kühlschrank, sollte das alte Gerät älter als zehn Jahre sein und sich mit einem neuen Gerät eine Einsparung von 200 kWh pro Jahr einsparen lassen. Verpflichtet wird niemand zum Kauf. Wer sich dafür entscheidet, kann einen Gutschein bei SAPOS anfordern, der dann zwei Monate gültig ist. Nach dem Kauf eines A+++-Gerätes wird der Gutschein mit dem Kaufbeleg bei SAPOS abgerechnet und man bekommt 100 Euro zurück.

Wie läuft der Stromsparcheck ab?

Nach der Anmeldung bei Sapos wird ein erster Termin vereinbart. Zu dem kommen zwei Stromspar-Helfer in die Wohnung und suchen nach Einsparpotenzial. Dabei werden zum Beispiel die Stand-By-Ströme der Geräte gemessen und die Lampen unter die Lupe genommen. Auch der Verbrauch des Kühlschranks wird gemessen, das Messgerät bleibt dazu 48 Stunden in der Wohnung. „Das ganze dauert etwa eine bis anderthalb Stunden. Danach wird ein zweiter Termin ausgemacht, bei dem die Energie- und Wassersparartikel installiert werden“, so Fuchs. Sparen lassen sich so im Jahr rund 100 bis 150 Euro an Energiekosten, schätzt er. Teilnahmeberechtigt sind Haushalte, die über ein nur geringes Einkommen verfügen, also beispielsweise Bezieher von Arbeitslosengeld II (auch Aufstocker), Sozialhilfe oder Wohngeld. Auch Familien, die einen Kinderzuschlag erhalten, können das Angebot nutzen.

„Wir bekommen auch Anfragen von Menschen, die keine Sozialleistungen beziehen, aber den Stromsparcheck trotzdem nutzen wollen“, sagt Frank Fuchs. Die können sich dazu an die Verbraucherzentrale wenden. Mit der besteht zu diesem Thema eine Kooperation.

 

Genutzt werden kann das Angebot im ganzen Landkreis. Die Anmeldung ist unter folgenden Telefonnummern und Mailadressen möglich:

Görlitz: 03581/318890, ssh@sapos-goerlitz.de

Löbau: 03585/861520, ssh-zittau@sapos-goerlitz.de

Zittau: 03583/670143, ssh-zittau@sapos-goerlitz.de

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