Taffe IT-Mädels braucht das Land

  Wie stellt man sich einen Computernerd vor? Natürlich männlich, bebrillt, leichtes bis starkes Übergewicht, wilde Mähne, Jogginhose.  Mehr Kischee geht nicht. Eine Computernerdin dagegen – gibt‘s das überhaupt? Klare Antwort: Ja.

Wie solche jungen Frauen aussehen, womit sie sich befassen, wie sie zur Informatik kamen, darüber konnten sich die Gäste gestern Abend (18. Oktober)  bei der Verleihung des 11. Zeiss Woman Award überzeugen.

Den Preis rief 2011 Viola Klein ins Leben, die nicht nur als Charity Lady Spenden für das Südafrika-Projekt Hope Cape Town sammelt, sondern in erster Linie selbst vor fast 30 Jahren mit Andreas Mönch die Softwarefirma Saxonia Systems AG gründete (heute Teil der Zeiss-Gruppe) und irgendwann feststellte: Wo sind in dieser Männerdomäne Informatik eigentlich die jungen talentierten Frauen? Denn es gibt sie, keine Frage.

Mit dem Woman Award, der anfangs nur in Dresden, heute bundesweit ausgeschrieben wird, werden herausragende Informatik-Studentinnen geehrt, die kurz vor ihrem Studienabschluss stehen und sich neben dem Lernen auch sozial engagieren. Mit dem Preis bekommen sie zudem eine Plattform, über die sie sich in ihrem späteren Berufsleben vernetzen können.

In diesem Jahr ging der Award an  Corina Hampel (27, Studium an der Hochschule Aalen),  Houda El-Messari (Platz 2, TU Berlin) und Drishti Maharjan aus Nepal (Jacobs University Bremen). Den ersten Sonderpreis bekam Sarah-Lee Mendenhall, die nach der 10. Klasse zunächst ein Ausbildung zur Arzthelferin machte, das Abi nachholte, ein Kind bekam und nun an der HTW Informatik mit Spezialisierung im Medizinbereich studiert.

Beworben um den Award hatten sich insgesamt 98 junge Frauen. »So viele wie nie«, freut sich Initiatorin Viola Klein. »Die Jury aus sieben Frauen hatte wahrlich keine leichte Aufgabe.«

Bewerben können sich Studentinnen der Informatik, Wirtschaftsinformatik oder eines vergleichbaren Studienganges, unabhängig davon, ob sie einen Bachelor-, Master- oder Diplomabschluss anstreben. Sie sollten sehr gute Leistungen bis zu einem Durchschnitt von 2,0 vorweisen, an ihrer Abschlussarbeit arbeiten oder sie vor kurzem abgeschlossen haben. Auch das soziale und gesellschaftliche Engagement z.B.  in einem Verein oder an ihrer Bildungseinrichtung fließt in die Bewertung ein.

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