Virtueller Spatenstich für eine grüne Zukunft

Virtuell ging der Spaten von Hand zu Hand der BASF-Verantwortlichen und Partner bis zu Jürgen Fuchs, Vorsitzender der Geschäftsführung der BASF in Schwarzheide, der als letzter in der Kette zum virtuellen Buddeln ansetzte. »Das ist die größte Einzelinvestition der letzten 30 Jahre«, berichtet Fuchs. Für Wirtschaftsminister Peter Altmaier war klar: »Schwarzheide schreibt Geschichte in Europa.« Der Spatenstich der BASF sei ein weiterer Schritt in die richtige Richtung für den Industriestandort Deutschland und den Aufbau einer europäischen Wertschöpfungskette für Elektromobilität.

150 neue Arbeitsplätze

Und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke sah sich bestätigt: »Wir setzen schon seit langem auf klimaneutrale Produkte und schaffen damit Arbeitsplätze.« Die Investitionsentscheidung von BASF sei vor dem Hintergrund des anstehenden Strukturwandels in der Lausitz ein Meilenstein für die Region. »Der Bau der Fabrik für Batteriematerialien ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg der Lausitz zur innovativen Industrieregion. Es werden hochwertige Arbeitsplätze gesichert und jungen Menschen gute Perspektiven geboten.«

Zirka 150 neue Arbeitsplätze sollen in der neuen Fertigung entstehen. Während der Bauphase werden rund 500 temporäre Arbeitsplätze vor Ort entstehen. Die Investition der BASF wird mit 175 Millionen Euro vom Bund gefördert, 30 Prozent trägt dabei das Land Brandenburg. Es sollen zwei Produktionsstränge auf je 5 800 Quadratmetern entstehen. Hergestellt werden dann Hochenergie-NCM- oder NCA-Kathodenmaterialien, die für die Ausstattung von zirka 400 000 Fahrzeugen reichen kann. »Geht man davon aus, dass bis 2025 bis zu vier Millionen E-Fahrzeuge in der Europäischen Union (EU) zugelassen werden, dann sieht man Möglichkeiten weiterer Produktionsstandorte«, sagt Peter Schuhmacher, Präsident der Catalysts Division der BASF.

Co2-Fußabdruck wird verringert

Die neue Anlage wird zusammen mit der Anlage für Vorprodukte in Harjavalta (Finnland) effiziente Herstellungsverfahren, einen hohen Anteil an erneuerbarer Energie, eine vorgelagerte Integration in die Schlüsselrohstoffe wie Kobalt und Nickel sowie kurze Transportwege entlang der Wertschöpfungskette nutzen. »Diese Maßnahmen werden zu einem um 30 Prozent geringeren CO2-Fußabdruck im Vergleich zum herkömmlichen Industriestandard führen«, weiß Peter Schuhmacher. Erzeugen E-Fahrzeuge aktuell bis zu 25 Gramm CO2 pro Kilometer, so geht Schuhmacher mit der neuen Wertschöpfungskette des Kathodenmaterials von einer CO2-Produktion von 10 Gramm pro gefahrenen Kilometer aus.

Batterieallianz hat sich etabliert

Beeindruckend auch die Geschwindigkeit, mit der sich in Europa die potenziellen Hersteller von Batteriematerialien gefunden haben: »Es hat sich eine Batterieallianz für die grüne Produktion nur in einem Jahr in Europa etabliert«, freut sich der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Maroš Šefcovic. Er sieht Europa in der Zukunft als Nummer zwei noch vor den USA, in der weltweiten Batterieproduktion. Eine beeindruckende Geschwindigkeit bei der Projektumsetzung legt auch die BASF-Schwarzheide vor. Mit der Projektankündigung im Februar dieses Jahres und dem Baustart im August wird die Inbetriebnahme für das Jahr 2022 geplant.

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